Zeitgeschichte Museum Ebensee Archiv - Gedenkstätte - Zeitzeugen - Museum - Vermittlung
4802 Ebensee, Kirchengasse 5, 06133/5601 museum@utanet.at

Betrifft Widerstand

Prato-Ebensee

Einführungsfilm

Vereinsgeschichte

Ebensee war Standort eines KZ Außenkommandos des Lagerkomplexes Mauthausen. Von November 1943 bis zur Befreiung des Lagers am 6. Mai 1945 wurden aus dem KZ Mauthausen etwa 27.000 Häftlinge in das Nebenlager Ebensee gebracht, von denen über 8.200 im Lager starben. Der Umgang mit der NS-Vergangenheit war in den ersten Jahren nach der Befreiung aus unterschiedlichen Gründen von Verdrängung und dem praktischen Bemühen um Tilgung der Spuren des Terrors beherrscht, da sich die Bevölkerung in erster Linie als „Opfer“ einer aufgrund strategischer Planungen erfolgten Standortwahl fühlte. Die Bebauung des KZ-Geländes wurde nach und nach entfernt, vom Lager blieb, dank des KZ Verbandes Salzkammergut, wenigstens das Haupteingangstor erhalten. In den fünfziger Jahren errichtete man auf dem Areal eine Arbeitersiedlung, dabei wurde auch der Standort des ehemaligen Krematoriums bebaut.

Die Strategie der Gemeinde Ebensee, mit der Entfernung der Reste des „KZ“ den Ort der während der NS-Herrschaft begangenen Verbrechen unkenntlich zu machen, wurde durch das Verhalten der jungen Zweiten Republik begünstigt, die ihre „Erinnerungsarbeit“ im ehemaligen KZ Mauthausen verortete und die Standorte der Nebenlager unberücksichtigt ließ. Die Republik Österreich konzentrierte das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft auf Mauthausen, das als symbolisch herausgehobener Ort des NS-Terrors dargestellt wurde. Zeitgleich verschwanden an vielen anderen Orten zahlreiche Zeugnisse des, auch die Normalität des Alltags durchdringenden, NS-Terrors. Die Fokussierung des Gedenkens auf Mauthausen ermöglichte in ganz Österreich eine Exterritorialisierung der Vergangenheit – eine Loslösung der Geschichte von ihren Stätten, ihre Transferierung an einen einzigen Symbol- und Gedenkort, die dem Selbstverständnis einer von der „Opferthese“ geprägten „geschichtslosen“ Nachkriegsgesellschaft entsprach.

In den achtziger Jahren führten Forschungen einer neuen Generation von HistorikerInnen zu einer veränderten Bewertung der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich. Zur Geschichte des KZ Ebensee erschien 1989 die Publikation „Arbeitslager Zement“ des Wiener Historikers Florian Freund. Bereits 1988 konstituierte sich ein Verein mit dem Namen „Verein Widerstandsmuseum“, der zwei Ziele verfolgte: Zum ersten die Errichtung eines Zeitgeschichtemuseums mit der Intention, über die lokalen Widerstandsaktivitäten gegen den Nationalsozialismus zu informieren und durch Aufklärung demokratisches Bewusstsein zu fördern, andererseits die baulichen und topografischen Spuren des KZ soweit noch möglich zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Grundlage des Museumsvorhabens bildeten zunächst die Dokumentationen von Peter Kammerstätter - einem aus Linz stammenden Überlebenden des KZ Buchenwald - über die Widerstandsaktivitäten in der Region, die in einen Ausstellungsschwerpunkt „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ eingehen sollte. Eine Neupositionierung erfuhr das Vorhaben, nachdem 1993 das Wiener Büro Denkinger und Felber beigezogen wurde, um eine inhaltlich-museologische Konzeption und Ausstellungsgestaltung zu erarbeiten. In Kooperation mit dem Leiter des geplanten Museums, Wolfgang Quatember, wurde das ursprünglich geplante Thema "Widerstand" in ein erweitertes zeitgeschichtliches Konzept der Darstellung der politischen Kultur Österreichs von der Gründung der Ersten Republik bis zur Wiedererlangung der staatlichen Selbständigkeit integriert. Nach einer mehrjährigen Phase von Forschungstätigkeit, inhaltlicher Aufbereitung und schrittweisen Finanzierung des Projektes wurde das Zeitgeschichte Museum Ebensee im März 2001 eröffnet.


Chronologie der Vereinsgeschichte 1988 – 2008 als PDF

Beitragssuche

Zufallsbild

2012
View Image Download