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Robert B. Persinger wurde am 29. September 1923 in Wever (Iowa) geboren. Er diente während des Zweiten Weltkriegs in der 3rd Cavalry Reconnaissance Squadron der Vereinigten Staaten und befreite als Panzerkommandant im Mai 1945 das Konzentrationslager Ebensee. Zum 50. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers kam er erneut nach Ebensee und nahm an den Feierlichkeiten teil. In seiner Heimatstadt Rockford erzählte er zahlreichen Schülern und Studenten als Zeitzeuge von den Ereignissen zu Kriegsende. Am 19. November verstarb Robert Persinger im Alter von 95 Jahren.

Italo Tibaldi, ein italienischer Überlebender, berichtete 2002 über die Befreiung: Die alliierten Truppen waren nur wenige Kilometer vom Lager entfernt. Am nächsten Tag, dem 6. Mai 1945,am späten Nachmittag, betrat die 3rd Cavalry Reconnaissance Squadron der Vereinigten Staaten das Tordes Lagers: die Befreiung von Ebensee war vollendet. Der Panzer unter dem Befehl des Sergeant Bob Persinger kam am Appellplatz an und gleich danach noch einer unter dem Befehl des Sergeant Dick Pomante. Beide gehörten der „F“- Company unter dem Befehldes Captain Timothy Brennan an. Die amerikanischen Soldaten entdeckten mit Entsetzen das Grauen des Lagers. Wir waren 16.000 Gefangene, am Ende unserer Kräfte vor Hunger und schrecklicher Lebensbedingungen. Wir lebten im Dreck und im Gestank. Es wurden sofort Lebensmittel und Arzneimittel angefordert und Sanitätsmaßnahmen getroffen, um diese unbeschreibliche Situation zu ändern. Die Männer aus der 3rd Cav. Group der U.S.A. werden diesen Ort niemehr vergessen. Und jetzt erinnern wir uns an diese Soldaten, inzwischen Veteranen, die die unerwartete Aufgabe hatten, das Tor des Lagers zu öffnen und unsere Befreiung vorzunehmen. Eine unvermutete und ersehnte Befreiung, so innig erwartet, jedoch seelisch unvollkommen, denn das Lager kann man nicht vergessen."

 

Robert B. Persinger als junger Soldat und 1995 in Ebensee

Robert Persinger (links) mit Timothy Brennan und Dick Pomante am KZ Opferfriedhof in Ebensee (1995)
Fotos: ZME

 

 


Der gebürtige Bad Ischler Günter Kaindlstorfer las auf Einladung des Katholischen Bildungswerks am Mittwoch, 28. November 2018 im Zeitgeschichte Museum Ebensee aus seinem Romandebüt „Edelweiß“. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Michaela Schausberger (Gesang) und Christian Kapun (Klarinette) begleitet. Anschließend erfüllte der Autor die zahlreichen Signierwünsche.
Kaindlstorfer ist nicht nur ein gefragter Kulturjournalist für Film und Hörfunk, sondern auch Buchautor. Unter dem Pseudonym Günter Wels veröffentlichte er 2010 sein literarisches Debüt, den Erzählband „Maitage", nun folgte sein erster Roman.

Edelweiß (Roman) 
Fotos: ZME

 

 

 

Adelheid Chlingensperg, Kunstmalerin aus Altmünster und Mitglied der Künstlergilde Salzkammergut, wurde im April 1943 wegen "Vertraulichem Umgang mit Juden und staatsfeindlichen Äußerungen" von der Gestapo Linz verhaftet und erkennungsdienstlich erfasst. Am 29. März 1944 wurde sie in Auschwitz ermordet.

Foto: OÖ. Landesarchiv

 

Dr. Florian Wenninger vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien referierte am 14. November 2018 im ZME über die Frage, weshalb sich in Europa und Österreich in der Zwischenkriegszeit die Gesellschaft radikalisierte. 1933/34 führten die tiefen sozialen und politischen Spaltungen schließlich zum Ende der Demokratie, die durch eine Diktatur ersetzt wurde. 

  
Fotos: ZME

 

Herbstprogramm 2018

 

 
Der jüdische Literat und Filmkritiker Sahl musste 1933 fliehen, erst nach Frankreich, dann in die USA. Als Kulturkorrespondent war er für die Zürcher und Süddeutsche Zeitung in New York tätig, blieb im Exil als Schriftsteller aber eher unbeachtet. Erst mit der Rückkehr nach Deutschland in den 1980er-Jahren erlangte sein Werk Anerkennung. Oliver Karbus, geboren in Bad Ischl, als Schauspieler und Regisseur im deutschsprachigen Raum im Theater, Film und Fernsehen tätig, las am 31.10. im Zeitgschichte Museum einige seiner besten Erzählungen und Gedichte, die von Christian Kapun musikalisch umrahmt wurden.

 

Fotos: ZME/Nina Höllinger

 „Ein anständiger Deutscher reist nicht nach Österreich"

Das Salzkammergut und die „1000-Mark-Sperre“ 1933-1936

Am 29. Mai 1933 verhängte die deutsche Regierung das „Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich“. Jeder deutsche Bürger, der ab 1. Juni 1933 beabsichtigte nach Österreich zu reisen, musste eine Gebühr von 1000 Reichsmark zahlen, die in die Reichskasse floss. Damit reagierte Hitler auf ein gegen die österreichischen Nazis gerichtetes Uniformverbot und eine Brüskierung des bayrischen Justizministers Hans Frank, dessen Einreise unerwünscht war. Die österreischichen Nationalsozialisten hatten auch im Salzkammergut schon seit den frühen 1930er Jahren Terroranschlägen verübt.

Mit 1000 RM (heute ca. € 4300) hätte ein deutscher Gast 50 Tage in einem österreichischen Hotel verbringen können. Wie sich diese Maßnahme auf den Salzkammerguttourismus auswirkte beschrieb Dr. Michael Kurz in seinem Vortrag am 17. Oktober im Zeitgeschichte Museum.

   

Dr. Michael Kurz (Foto: ZME)

 

Die Erste Republik gilt als wirtschaftlicher Misserfolg. Dr. Oliver Kühschelm von der Universität Wien stellte sich in seinem Vortrag am 3. Oktober im ZME die Fragen erstens: Wann und für wen? Und zweitens: War es ein unvermeidliches Scheitern? Die Zeitgenossen und Zeitgesnossinnen debattierten über die Lebensfähigkeit Österreichs, namhafte Wirtschaftsexperten diagnostizierten die ökonomische Unmöglichkeit des Kleinstaats. Doch war dieses Urteil nicht unpolitisch. Das trifft allerdings auch auf den Vorwurf zu, der nach 1945 im Raum stand, dass man schlicht zu viel über den Kleinstaat lamentiert und zu wenig sozialpartnerschaftlich zusammengearbeitet hatte. Besonders interessant gestalteten sich die aufgezeigten Parallelen zu heute.

Dr. Oliver Kühschelm / Foto: ZME
 

 

 VORTRAG [1]: Utopie Demokratie - Über (un-)eingelöste Versprechen 1918/2018

Zum Republiksjubiläum rief Dr.in Tamara Ehs in ihrem Vortrag am 26.9.2018 im ZME demokratische Utopien jener Umbruchsjahre in Erinnerung. „Utopien” beschreiben das Möglichkeitsdenken für eine bessere Welt, an der durch die „Österreichische Revolution” (wie Otto Bauer die Ereignisse bewertete) praktisch gearbeitet werden konnte. Die damals diskutierten und teilweise mit der Kelsen-Verfassung und den Reformen etwa im Arbeits- und Sozialbereich auch umgesetzten Ideen hinsichtlich Demokratie, Wahlrecht und sozialer Gleichheit als Voraussetzung der Freiheit hielten weitere Versprechen, für manche aber auch Ängste bereit, die uns heute noch immer beziehungsweise neuerlich beschäftigen.

    

Dr.in Tamara Ehs im ZME/ Foto: ZME

 

 

 

Am 12. November 2018 jährt sich die Gründung der Republik Österreich zum 100. Mal. Dieses Jubiläum nimmt das Zeitgeschichte Museum zum Anlass, sich krisenhaften Ereignissen der Ersten Republik (1918-1934) in vier Vorträgen zu widmen. Schauspieler Oliver Karbus ruft in einer Lesung den vertriebenen Literaten Hans Sahl in Erinnerung und liest einige seiner besten Erzählungen.

Herbstprogramm 2018

 

  

Copyright: ZME | Produktion: Andreas Toth, Linz

Für das Video von der Befreiungsfeier wurde Andreas Toth von der Fachjury des Europäischen Videoarchives am 12. November 2018 mit dem ersten Platz beim Wettbewerb "OÖ im Film" ausgezeichnet.

Aufgrund von Änderungen im österreichischen Datenschutzgesetz, bedingt durch das Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai 2018, gibt der Verein „Zeitgeschichte Museum Ebensee und KZ- Gedenkstätte Ebensee“ gemäß Artikel 13 (Informationspflichten) folgende Informationen über die Datenverwendung von Vereinsmitgliedern bekannt:

 Verantwortlicher für die Datenverwendung:

Geschäftsführender Obmann- Stellvertreter Dr. Wolfgang Quatember (Museums- und Gedenkstättenleitung)

  Gespeicherte Daten:

 Aufgrund der bereits erfolgten freiwilligen Bekanntgabe von persönlichen Daten zum Zweck eines Vereinsbeitrittes werden folgende Daten gespeichert:

  •  ·         Vor- und Nachname
  •  ·         Akademische Grade
  •  ·         Adresse – Straße, PLZ, Ort

  Zweck der Datenverwendung:

  • ·           Registrierung als Vereinsmitglieder
  •   Aussendung von Informationsmaterialien des Vereins

  Dauer der Datenspeicherung:

 ·         bis auf Widerruf

  Betroffenenrechte gemäß Art 12 – 21

 Die Vereinsmitglieder haben das Recht:

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  •  jederzeit die Löschung ihrer Daten zu verlangen
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  •  jederzeit der Datennutzung zu widersprechen (gemäß Art 11-12, Art 21, Art 23)

Kontakt
Zeitgeschichte Museum und KZ-Gedenkstätte Ebensee
Kirchengasse 5
A-4802 Ebensee
Tel.: 06133/5601
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