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Adelheid Chlingensperg, Kunstmalerin aus Altmünster und Mitglied der Künstlergilde Salzkammergut, wurde im April 1943 wegen "Vertraulichem Umgang mit Juden und staatsfeindlichen Äußerungen" von der Gestapo Linz verhaftet und erkennungsdienstlich erfasst. Am 29. März 1944 wurde sie in Auschwitz ermordet.

Foto: OÖ. Landesarchiv

 

Weshalb radikalisiert sich eine Gesellschaft? Unübersehbar rollt derzeit eine autoritäre Welle durch die Staaten der westlichen Welt. Das Vertrauen in demokratische Institutionen sinkt, zugleich setzen immer mehr Menschen ihre Hoffnung auf starke Führungspersönlichkeiten. Historisch betrachtet ist das nichts Neues, auch das Europa der Zwischenkriegszeit war gekennzeichnet von tiefen sozialen und politischen Spaltungen. Wie in den meisten anderen Staaten des Kontinents wurde auch in Österreich am Ende die Demokratie 1933/34 durch eine Diktatur ersetzt.
Referent: Dr. Florian Wenninger, Institut für Zeitgeschichte (Universität Wien)
Beginn: 19 Uhr im ZME

 

Foto: Franz Pfluegl

 

Herbstprogramm 2018

 

 
Der jüdische Literat und Filmkritiker Sahl musste 1933 fliehen, erst nach Frankreich, dann in die USA. Als Kulturkorrespondent war er für die Zürcher und Süddeutsche Zeitung in New York tätig, blieb im Exil als Schriftsteller aber eher unbeachtet. Erst mit der Rückkehr nach Deutschland in den 1980er-Jahren erlangte sein Werk Anerkennung. Oliver Karbus, geboren in Bad Ischl, als Schauspieler und Regisseur im deutschsprachigen Raum im Theater, Film und Fernsehen tätig, las am 31.10. im Zeitgschichte Museum einige seiner besten Erzählungen und Gedichte.

 „Ein anständiger Deutscher reist nicht nach Österreich"

Das Salzkammergut und die „1000-Mark-Sperre“ 1933-1936

Am 29. Mai 1933 verhängte die deutsche Regierung das „Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich“. Jeder deutsche Bürger, der ab 1. Juni 1933 beabsichtigte nach Österreich zu reisen, musste eine Gebühr von 1000 Reichsmark zahlen, die in die Reichskasse floss. Damit reagierte Hitler auf ein gegen die österreichischen Nazis gerichtetes Uniformverbot und eine Brüskierung des bayrischen Justizministers Hans Frank, dessen Einreise unerwünscht war. Die österreischichen Nationalsozialisten hatten auch im Salzkammergut schon seit den frühen 1930er Jahren Terroranschlägen verübt.

Mit 1000 RM (heute ca. € 4300) hätte ein deutscher Gast 50 Tage in einem österreichischen Hotel verbringen können. Wie sich diese Maßnahme auf den Salzkammerguttourismus auswirkte beschrieb Dr. Michael Kurz in seinem Vortrag am 17. Oktober im Zeitgeschichte Museum.

   

Dr. Michael Kurz (Foto: ZME)

 

Die Erste Republik gilt als wirtschaftlicher Misserfolg. Dr. Oliver Kühschelm von der Universität Wien stellte sich in seinem Vortrag am 3. Oktober im ZME die Fragen erstens: Wann und für wen? Und zweitens: War es ein unvermeidliches Scheitern? Die Zeitgenossen und Zeitgesnossinnen debattierten über die Lebensfähigkeit Österreichs, namhafte Wirtschaftsexperten diagnostizierten die ökonomische Unmöglichkeit des Kleinstaats. Doch war dieses Urteil nicht unpolitisch. Das trifft allerdings auch auf den Vorwurf zu, der nach 1945 im Raum stand, dass man schlicht zu viel über den Kleinstaat lamentiert und zu wenig sozialpartnerschaftlich zusammengearbeitet hatte. Besonders interessant gestalteten sich die aufgezeigten Parallelen zu heute.

Dr. Oliver Kühschelm / Foto: ZME
 

 

 VORTRAG [1]: Utopie Demokratie - Über (un-)eingelöste Versprechen 1918/2018

Zum Republiksjubiläum rief Dr.in Tamara Ehs in ihrem Vortrag am 26.9.2018 im ZME demokratische Utopien jener Umbruchsjahre in Erinnerung. „Utopien” beschreiben das Möglichkeitsdenken für eine bessere Welt, an der durch die „Österreichische Revolution” (wie Otto Bauer die Ereignisse bewertete) praktisch gearbeitet werden konnte. Die damals diskutierten und teilweise mit der Kelsen-Verfassung und den Reformen etwa im Arbeits- und Sozialbereich auch umgesetzten Ideen hinsichtlich Demokratie, Wahlrecht und sozialer Gleichheit als Voraussetzung der Freiheit hielten weitere Versprechen, für manche aber auch Ängste bereit, die uns heute noch immer beziehungsweise neuerlich beschäftigen.

    

Dr.in Tamara Ehs im ZME/ Foto: ZME

 

 

 

Am 12. November 2018 jährt sich die Gründung der Republik Österreich zum 100. Mal. Dieses Jubiläum nimmt das Zeitgeschichte Museum zum Anlass, sich krisenhaften Ereignissen der Ersten Republik (1918-1934) in vier Vorträgen zu widmen. Schauspieler Oliver Karbus ruft in einer Lesung den vertriebenen Literaten Hans Sahl in Erinnerung und liest einige seiner besten Erzählungen.

Herbstprogramm 2018

 

 

Copyright: ZME | Produktion: Andreas Toth, Linz

Aufgrund von Änderungen im österreichischen Datenschutzgesetz, bedingt durch das Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai 2018, gibt der Verein „Zeitgeschichte Museum Ebensee und KZ- Gedenkstätte Ebensee“ gemäß Artikel 13 (Informationspflichten) folgende Informationen über die Datenverwendung von Vereinsmitgliedern bekannt:

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Zeitgeschichte Museum und KZ-Gedenkstätte Ebensee
Kirchengasse 5
A-4802 Ebensee
Tel.: 06133/5601
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Die 73. Internationale Befreiungsfeier fand am 5.5.2018 unter großer Beteiligung von internationalen Delegationen statt. Neben den Überlebenden Stanley (Zoltan) Bernath und Andrew Sternberg hielten DDr.in Barbara Glück (Mauthausen Memorial) und Dr.in Camilla Brunelli (Aned Italia) Ansprachen. Im Gedenkreferat richtete die österreichische Schriftstellerin und Journalistin Dr.in Susanne Scholl sehr persönliche Worte an die Teilnehmer der Befreiungsfeier. Die Überlebenden Max R. Garcia und Max Safir nahmen ebenfalls an den Feierlichkeiten teil, die von zahlreichen Jugendlichen besucht wurde.

Reden 2018

Bilder 2018

 

Der griechischen Botschafterin in Österreich Frau Chryssoula Aliferi war es seit langem ein großes Anliegen, ein Denkmal für die griechischen Opfer des KZ Ebensee zu errichten. Am 28. April 2018 wurde schließlich in einer feierlichen Zeremonie mit der Botschafterin das griechische Denkmal in der Gedenkstätte eingeweiht. Zahlreiche griechische Abordnungen aus ganz Österreich, an ihrer Spitze der Präsident der OESA (Verband hellenischer Vereine Österreichs), DI Konstantinos Fisoglou, nahmen an der würdigen Feierlichkeit teil. Besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang der Firma Brucker KG (Steinmetzbetrieb in Bad Ischl) und dem BIS (Bildungszentrum Salzkammergut) für die rasche und unbürokratische Hilfe bei der Errichtung des Denkmals.